Nicht Korrosion muss vermieden werden, sondern Korrosionsschäden.
Es ist ein Irrtum, dass die Kohlensäure im Trinkwasser die Werkstoffe angreift, dass es zu Korrosionsschäden kommt.
Vielmehr ist das gestörte Verhältnis von z.B. Calciumhydrogencarbonat und Kohlensäure die Ursache von möglicher Korrosion, da bei zuviel CO2 Magnesium und Calcium in Lösung gehalten werden, sodass sich keine Schutzschichten bilden können.
Die Neigung des Wassers zur Kalkabscheidung steigt mit der Temperatur.
Zum Schutz metallischer Leitungen muss daher saures Wasser (enthält überschüssige Kohlensäure) entsäuert werden.
Schutzmaßnahmen: - Bildung von Schutzüberzügen
- Entsäuerung
- Entgasung
- Enthärtung [ Vorsicht: kann wegen fehlender Deckschichten zu Korrosion führen]
- Betrieb mit niedriger Temperatur [Vorsicht Legionellen]
- Geeignete Werkstoffwahl
Der Zusatz der nachgenannten Stoffe muss dokumentiert werden, sowie den Benutzern und der Aufsichtsbehörde in geeigneter Weise bekannt gemacht werden.
- Phosphate: verhindert Steinbildung: Grenzwert 5 mg/l P2O5
- Silikate: bilden Schutzschichten: Grenzwert 40 mg/l
- Alkalisierend Substanzen: neutralisiert freie Kohlensäure Grenzwert: min pH 6,5
max. pH 9,5
- Reduktion: Sauerstoffbindung Grenzwert: Schwefeldioxid: 2 mg/l
Grenzwert: Natriumthiosulfat: 2,8 mg/l
Hierbei werden Ca- und Mg- Ionen durch Na-Ionen ausgetauscht.
Jedoch muss an der Entnahmestelle noch mindesten eine Härte von 4° d vorhanden sein.
Problem bei dieser Enthärtung: Gefahr der Verkeimung des Ionenaustauschers bzw. des Trinkwassers.
Die Wirkung beruht rein auf elektrischen bzw. auf magnetischen Feldern.
Dadurch soll die Kristallstruktur des Wassers so geändert werden das ein Anhaften an die Rohrleitung verhindert wird.
Wissenschaftlich anerkannte Prüfergebnisse, die die Wirksamkeit dieser Methoden bestätigen liegen uns bisher nicht vor.
Kontrollmaßnahme
Empfehlenswert ist der Einbau von Prüfstücken, so kann die Kalkablagerung kontrolliert werden. Beim zu errichtenden Bypass-Stück ist die Bildung von stehendem Wasser und einer somit möglichen Verkeimung des Systems zu verhindern.
Wegen der regionalen Variation der Wasserzusammensetzung, sind bei Erweiterungen der Installation die bereits gemachten Erfahrungen mit den eingesetzten Werkstoffen zu berücksichtigen. liegen bei Neuplanungen keine Erfahrungswerte vor, ist Auskunft beim zuständigen Wasserversorgungsunternehmen über die geeignetste Werkstoffauswahl einzuholen.
a) Stahlrohre verzinkt
Um eine Schutzschicht zu bilden sind folgende Faktoren entscheidend:
- Wassertemperatur nicht über 60°C;
- PH-Wert nicht unter 7,2
- Sauerstoffgehalt nicht unter 4 mg/l
- Carbonathärte nicht unter 3-4°d
b) Kupferrohre
Kupfer bildet eine Deckschicht aus Kupferoxid.
Fremdkörper wie Metallspäne, Lötreste, Sand und Eisenrost sind fernzuhalten bzw. durch Spülen mit gefiltertem Wasser zu beseitigen, damit das auftreten von Lochfraß verhindert wird.
Korrosionsschäden sind bei Kaltwasser bekannt, insbesondere bei der Verwendung von Grundwasser und einem Kohlenstoffgehalt in der Kupferoberfläche.
c) Mischinstallation
Im Bereich der metallenen Kontaktstellen kann Kontaktkorrosion auftreten.
Das Risiko für Kontaktkorrosion hängt dabei von der Wasserbeschaffenheit ab.
Wichtig ist die Fließregel zu beachten: erst unedleres Metall dann edleres Metall dazwischen Feinfilter.
Bei Mischinstallationen von nichtrostenden Stählen mit Kupfer oder Armaturen aus Kupferlegierung bestehet für keinen der Werkstoffe Gefährdung.
Bei Mischinstallationen von nichtrostenden Stählen mit feuerverzinkten Eisenwerkstoffen kann Kontaktkorrosion an den letztgenannten Werkstoffen auftreten.
Bei Mischinstallationen aus Zink/Eisen und Kupferleitung (in Flussrichtung) kann Lochfraß auftreten
Bei Mischinstallationen aus Kupfer und Zink/Eisenleitung (in Flussrichtung) sind neue Zink/Eisenleitungen gefährdet, weil Kupferionen die Ausbildung homogener Zinkcarbonatschichten stören; es kann zu Blasenbildung und Lochfraß kommen.
Warmwasserversorgung
Anforderung an die Warmwasserversorgung (WWV):
- das WW soll die gewünschte Temperatur und Menge gleichmäßig und ohne Verzögerung zur Verfügung stehen
- die WW-Temperatur soll regelbar sein
- das WW soll hygienisch einwandfrei sein
- die WW- Anlagen sollen betriebsicher und leicht zu bedienen sein
- der Betrieb soll kostengünstig sein
Einteilung der WW-Anlagen:
z.B.: Kohle, Öl, Gas, Elektro, Dampf, Abgas, Wasser, Sonne
direkt / indirekt
Einzel / Gruppen / Zentral
offene / geschlossene Anlagen
Speicher / Durchfluss / Kombisystem
Gruppe I p*V < 300 und Speicher < 10 kW, Durchfluss < 15 kW
Gruppe II alle Übrigen Anlagen
Die Errichtung und Veränderung von Entwässerungseinrichtungen unterliegen bauaufsichtlichen Bestimmungen.
Das Entwässerungsgesuch ist in vierfacher Ausfertigung zu erstellen, da eine Ausfertigung für die untere Wasserbehörde bestimmt ist.
Abwasserarten: Schmutzwasser (mech. oder chem. Verunreinigung)
Regenwasser (Niederschlagwasser)
Je nach Situation der öffentlichen werden Schmutz- und Regenwasser entweder getrennt im Trennsystem oder zusammen im Mischsystem abgeführt.
Beim Mischsystem dürfen Regen und Schmutzwasser nur in Grundleitungen oder in Sammelleitungen , bei letzteren jedoch möglichst nahe am Anschlusskanal, zusammengeführt werden.
Das heißt im Haus immer Trennsystem.
Abwasseraufbereitung
Abwasser mit schädlichen Stoffen wie Benzin, Öl, Fett, Stärke, Sand, radioaktive Stoffe, Chemikalien und Giften, muss durch geeignete Anlagen (z.B. Abscheide-, Neutralisations-, Spalt-, Entgiftungs-, Desinfektionsanlagen)so behandelt werden, dass es als nicht mehr schädlich betrachtet werden kann.
Abscheider
Der Einbau von Fettabscheidern ist bei Betrieben gewerblicher oder industrieller Art also auch bei Großküchen, vorgeschrieben.
Die Fettabscheider sollen aus fetthaltigen Abwässern das Fett abscheiden, das sich beim erkalten an den Wänden der Abwasserleitungen absetzen und hier nur schwer zu entfernen wäre.
Heizöl- und Benzinabscheider verhindern das Eindringen von Heizöl, Dieselöl, Schmieröle sowie Benzin in die Abwasserkanäle und sind daher in allen Anlagen vorgeschrieben wo solche Stoffe regelmäßig anfallen.
Die zementartigen Ablagerungen von Kartoffelstärke in Rohrleitungen sind nicht mehr zu beseitigen, daher sind in Betrieben, in denen stärkehaltiges Wasser anfällt, Stärkeabscheider vorzusehen.
Hebeanlagen
Wasser, das unterhalb der Rückstauebene anfällt, ist der öffentlichen Kanalisation über eine automatisch arbeitende Hebeanlage rückstaufrei zuzuführen.
Dabei ist zu beachten: Automatischer Betrieb
Arbeitsraum von mind. 60 cm. Breite
Pumpensumpf für die Raumentwässerung
Schieber vor dem Einlauf
Druckschleife über Rückstauebene
evtl. Reservepumpe
Notstromanschluss
Separate Entlüftung über Dach,
Behälter gegen Auftrieb sichern
Absperrventil in Zulaufleitung
Beleuchtung in Aufstellraum
- Desinfektion von Krankenhausabwässern
Es ist darauf zu achten, dass die Desinfektion durch Chlorung nach der biologischen Reinigung des Abwassers erfolgt, um die biologische Abbauvorgänge nicht zu stören.
Die Mindestwirkzeit beträgt 0,5 h. Für die Chlorzugabe stehen Chlorgasanlagen oder Chlorbleichanlagen zur Verfügung
Die thermische Desinfektion erfolgt zweckmäßigerweise vor der biologischen Klärung.
Nach der Behandlung ist das Abwasser, bevor es in die Kanalisation eingeleitet wird auf 35°C oder darunter abzukühlen.
Abwasserleitungen aus Laboratorien und aus mindestens
einer Station sollten so zusammengeführt werden das an einer zentralen Stelle
der gegebenenfalls nachträglich erforderliche Einbau einer
Abwasserbehandlungsanlage möglich ist, ohne dass die Leitungsführung
grundsätzlich geändert werden muss.